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6. Mai, 00:38

Über mich.

Ich bin in der Sonne anders als im Dunkel. Mal hungere ich, mal bin ich satt. Heute ziehe ich mit den Wolken, morgen versinke ich in der Erde. All das bin ich. Ich will mich sehen wie ein Turm, und bin doch kaum mehr als das Gras im Wind.

Dienstag, 27. April 2010

Die Spur des Elefanten.

Als ich zehn war, starb Onkel Erhard. Die Erwachsenen sagten mir, Onkel Erhard würde nun vom Himmel auf uns herabschauen. Das war mir unangenehm. Bis in meine Träume spürte ich die Augen von Onkel Erhard. Den Erwachsenen erzählte ich davon nichts. Ihnen schien es wenig auszumachen, von Onkel Erhard beobachtet zu werden. Ich hingegen hatte Angst, dass Onkel Erhard es den Erwachsenen petzte, wenn ich im Traum einmal unartig war. Ich wollte meine Träume für mich haben. Da die Erwachsenen mir aber keine Hilfe boten, musste ich schon selbst mit Onkel Erhard sprechen: Ich wurde Pfarrer.

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Seither habe ich viele Predigten gehalten. Von Onkel Erhard. Wie er in den Himmel gekommen ist, als ich zehn war. Damit ich immer neu von Onkel Erhard predigen konnte, ließ ich Onkel Erhard mal als das Lamm, mal als den Sohn Gottes sterben. Aber wie ich es auch anfing, stets schien die Gemeinde befriedigt, so bald Onkel Erhard vom Himmel auf uns herabschaute.
Wenn die Gemeinde schlief, floh ich hinaus in eine Nacht ohne Träume. Doch selbst im stillsten Winkel des Parks ließ Onkel Erhard nicht ab von meinen Sünden. Bald fühlte ich mich unter seinen Augen, als wäre ich ein Leben lang unartig gewesen. So sehr ich auch betete, wie man es mich gelehrt hatte, mir schien, als gäbe es im gesamten Himmelsrund nicht ein Wort des Trostes für mich.

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"Bist Du der Pfarrer?" klang es hinter mir. Es war der Vorabend des Weihnachtsfestes, und ich sperrte gerade das Tor zur Kirche ab. Ich drehte mich um. Für einen Augenblick war ich geblendet von all dem Schnee, der im Mondlicht leuchtete. Dann sah ich das Mädchen: Sechs, vielleicht sieben Jahre jung.
"Will ich vor den Kühen retten!" Das Mädchen hielt mir einen Umschlag hin. "Kannst Du es segnen?"
Wortlos nahm ich den Umschlag.
"Nicht öffnen! Ist nicht für Dich!"
"Wie kann ich segnen, was ich nicht kenne?"
"Du segnest nur, was Du nicht kennst. Du bist doch auch eine Kuh!"
"Dir muss kalt sein..." Ich erkannte das Nachthemd unter der Jacke des Mädchens. Ein Nachthemd, wie ich es in Krankenhäusern sah, wenn man mich ans Bett rief.
"Nun segne endlich!"
Ich erinnerte, wie ich als Kind eine Mütze, die man mir zu tragen befohlen hatte, in den Fluss warf. Meine Ohren waren taub vor Kälte, als ich die Mütze warf, so weit ich konnte.
"Gehen wir in die Kirche", sagte ich.
"Keine Licht!" forderte das Mädchen
"Aber dann sehen wir nichts."
"Was Kühe sehen, wollen sie fressen!" Flink pustete das Mädchen alle Kerzen aus, die um den Altar brannten.
Wir standen nun mitten im Kirchenschiff. Auf einer Insel Mondlicht. Meine Hände hielten sich an dem Umschlag fest, den das Mädchen mir anvertraut hatte. Nur schwer gewöhnte ich mich an die Dunkelheit.
"Merkste! Nun hockt Dein Onkel da oben auch im Dunkeln."
Tatsächlich, wo waren die Augen von Onkel Erhard? Mit mir schien auch Onkel Erhard seine Orientierung verloren zu haben. Fast wollte ich aufblicken und Onkel Erhard die Zunge rausstrecken.
Das Mädchen zupfte an meinem Ärmel: "Kannst Du Dir einen Elefanten vorstellen?"
Ich dachte an Afrika. An jene Welt aus Tag und Nacht, die nach keinem Priester je verlangt hatte. "Ja", sagte ich, "einen Elefanten kann ich mir vorstellen."
"Du hältst ihn in der Hand. Er ist in dem Umschlag. Es ist spät. Er will schlafen."

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All die Kirchen kamen mir in den Sinn, die sich mir als Kind verschlossen, als ich um meine Vorstellungen von Wahrheit und Lüge gekämpft hatte. "Dann müssen wir einen Ort finden, wo er schlafen kann."
"Endlich begreifst Du."
Das Mädchen nahm mich bei der Hand. Wir verließen die Insel des Mondlichts und traten ein in das Dunkel, das um den Beichtstuhl herrschte:
"Hier geht Ihr Erwachsenen Eure Sünden abladen, nicht wahr?"
"Wenn Menschen ganz stark an den lieben Gott als ihren Schöpfer glauben, ja."
"Kinder auch?"
"Es gibt Lehrer, die führen Schulklasse geschlossen zur Beichte, ja."
"Beichten Kinder viele Sünden? Ich meine, ist Dir das nicht peinlich?"
Ich schwieg.
"Bei uns durchleuchten sie die Kinder sogar. Um zu sehen, ob Böses in ihnen ist. Das finde ich frech!"
Ich schwieg. Vielleicht, weil es für einen Erwachsenen sehr ungewohnt ist, im Dunkeln zu sein. Mit den Jahren verlernen Erwachsene, die Dunkelheit zu respektieren, glaube ich.
"Erklär mir, wie der Elefant hier in den Umschlag gekommen ist!" forderte das Mädchen.
"Jäger werden ihn eingefangen haben. Für den Zoo." Ich spürte, wie mein Gesicht rot anlief. Vielleicht war ich wirklich eine Kuh, die gleichmütig eingefangene Elefanten begafft.
Das Lachen des Mädchens hallte bis hinauf zum Kirchengebälk. "Kühe glauben, man würde später ihr Herz in einen Umschlag tun und an den Himmel adressieren."
Ich sank auf eine der Kirchenbänke. Viele Jahre hatte ich das Leben der Erwachsenen eingeübt. Nur mit Mühe konnte ich noch zuhören. Und bei Kindern schüttelte ich bereits den Kopf, kaum dass eines schüchtern seine Stimme hob. Welcher Frieden mochte wohl darin liegen, mit einem Elefanten in einem Umschlag zu reisen? Von Kinderhänden durch die Welt getragen. Plötzlich kamen mir all die Tage verloren vor, an denen ich es für unwahrscheinlich gehalten hatte, dass ein Elefant in einen Briefumschlag passt. Würde ich diese Tage mit einem schwarzen Stift aus dem Kalender streichen, es blieben von meinem Leben wohl nur wenige weiße Flecken.

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Das Mädchen stampfte mit dem Fuß auf: "Nun mach schon, sing dem Elefanten ein Schlaflied!"
"Aber Elefanten sind das nicht gewohnt."
"Tote etwa? Selbst auf einem Gottesacker seid Ihr noch am lärmen. Also los!"
Ich legte den Briefumschlag neben mich. Für Minuten war allein Dunkelheit zwischen dem Mädchen und mir.
"Du könntest die ganze Welt entzwei schlagen, nicht wahr?"
"Wir haben bei uns so viele Zimmer..." Das Mädchen schien zu träumen. "Wenn alles in dem Umschlag für Dich wäre, würdest Du wissen, wie schwer es ist. Wer von uns schon schreiben konnte, hat etwas hinein geschrieben. Und von denen, die nicht schreiben konnten, haben wir uns erzählen lassen, was wir für sie hinein schreiben sollen."
Leise begann ich ein Schlaflied zu singen. "Oh liebe Nacht, oh weiser Wind, in eurer Hand zu sein ganz tief, ist wie die Macht, ist wie das Licht, das mich ins Leben rief."
Einen Augenblick war Stille. Dann flüsterte das Mädchen: "Er schläft."
"Und Du bist kein bisschen müde?"
"Doch, sehr."
"Vielleicht sollte ich Dich heimbringen."
"Heimbringen! Tu nicht so, als wenn Dich etwas anderes erwarten würde, als Dein Kuhstall."
Obwohl das Pfarrhaus einen Kamin hatte, war mir nie in den Sinn gekommen, dort Feuer zu entfachen. Ich achtete darauf, dass kein Staub lag und der Rasen gemäht war. Mehr nicht. Nun tat es mir leid, Onkel Erhard beinahe die Zunge rausgestreckt zu haben. Wo sollte ich denn jetzt hin? Die Sterne waren für alle. Und im Augenblick kamen sie mir auch recht gleichgültig vor. Onkel Erhard hingegen war die ganze Zeit nur für mich gewesen.
"Verstehst Du nun, was uns Kindern die Elefanten sind, die Indianer, die Piraten? Versuch nie wieder, ein Kind heimzubringen in Deinen Kuhstall."
"Ist es denn so schlimm, wenn wir es gut miteinander meinen?"
"Du meinst nichts, Du glaubst nichts. Du kannst doch nur bestimmen!" Beinahe spürte ich, mit was für Empörung das Mädchen hinauf zur Kanzel blickte. "Ihr Erwachsenen tut von oben herab immer so, als müsstet Ihr nie weinen und niemals schreien. Dabei müsst Ihr es doch. Ihr habt bloß Angst, dass Euch dann keiner mehr lieb hat."
"Wenn Menschen ganz fest an den lieben Gott glauben, tut ihnen jeder Mensch weh, der zweifelt. Einige Gläubige werden dann sehr böse. Wieder andere versuchen, den Zweifler mit Liebe zu umschlingen. Und manche sind fest entschlossen, sich in den Tod zu stürzen, gäbe es keinen Gottvater. So sinnlos erscheint ihnen das Leben und das, was sie als Unrecht empfinden."
Wort für Wort stieg Kälte in mir empor. Mir war, als drängten aus jedem Winkel des Kirchenschiffes Schatten an mein Herz. Geister all jener, die ihr Seelenheil meinem Glauben anvertraut hatten. All die Menschen, die auf dem Sterbebett nach meiner Hand gegriffen hatten, während ich nur die Lippen bewegte. Konnte es denn sein, konnte es denn wirklich sein?
"Mit jeder Predigt habe ich Verzweiflung meiner Gemeinde auf mich genommen. Ihnen allen versprach ich ein Land, von dem ich mir selbst immer weniger versprach."
"Pah, zu uns kommt auch immer so ein Typ, der sich als Weihnachtsmann verkleidet hat. Was die Kinder draußen nicht mehr haben mögen, das schenkt er uns. Fühlt sich ganz großartig dabei der Typ. Und die ganze Zeit tut er so, als würde er den Weihnachtsmann auch spielen, wenn er dafür keinen Umschlag voll Geld bekäme. Ihr Erwachsenen spannt doch selbst vor der Kirche Schirme auf! Euer Gottvater wird ans Kreuz geschlagen, während Ihr auf jede Pfütze achtet."
Der Bruder von Onkel Erhard kam damals mit dem Taxi. Die ganze Beerdigung über schien er sich zu sorgen, dass er nicht nass wurde.
"Stell Dir vor, Dein Briefumschlag läge draußen im Schnee. Zerlaufen und mit einer Eisschicht überzogen. Es würde dem Elefanten, der ja in dem Briefumschlag lebt, kaum gut tun. Glaubst Du nicht, wir haben die Aufgabe, für das Leben zu sorgen, das in uns ist, für die Indianerreservate und für die Schatzinseln?"
Das Mädchen aber blieb unerbittlich: "Elefanten sind im Leben wie im Tod. Was Euch Kühe vor Angst plemplem macht, ist dem Elefanten, als würde ein Traum stillstehen. Über die Zäune Eurer Weiden steigt er weg. Jäger, die ihm Böses wollen, werden nur einen Briefumschlag finden, der kalt ist und leer."
Mondlicht fächerte sich über dem Altar bis hinein in die ersten Bänke. Mir war, als sähe ich diese Kirche zum ersten Mal. Ein Boden, der so hart war, dass er mich zerschmettern würde, Fenster, die wie Raubvögel auf mich lauerten. Und vor allem fühlte ich mich leicht, so leicht, als wäre etwas in mir gelöst. Ich hätte das Wort Gottes beiseitelegen können und nie mehr anschauen mögen. In jenem Augenblick hatte ich etwas gefunden, das sich wahrer anfühlte, als all das, was mir die Erwachsenen je zu lesen aufgaben. Ich nahm den Briefumschlag des Mädchens in beide Hände und hielt ihn gegen das Mondlicht. Mir war nun, als wenn mich Trommeln riefen und die Tiere des Urwaldes nach mir schrien.
"Kein großes Zimmer hier." Das Mädchen hüpfte den Mittelgang entlang in Richtung des Altars. "Warum habt Ihr es groß gebaut?"
"Weil wir uns weniger klein fühlen, je größer wir bauen."
"Das kenn ich, das kenn ich!"
Oft hatte ich erleben müssen, zu was für Wahrheiten Kinder fähig waren. Für Kinder schien unser Leben wie eines ihrer Spielzeuge. Und wenn das kaputt war, ja, dann war es eben kaputt. Dann musste man das auch so sagen.
"Was kennst Du denn, das groß wirkt wie eine Kirche?"
"Das Büro vom Zottel!"
"Auch eine Kuh?"
"Ja. Aber das Zottel hat sich einen Zopf wachsen lassen und einen Bart, damit niemand merkt, dass es eine Kuh ist. Eine kleine sogar, die hohe Absätze braucht und Diplome an der Wand."
"Und was macht das Zottel."
"Es spricht mit uns Kindern über den Tod."
Kein Kind hatte in der Stunde seines Todes je nach meinem Trost verlangt. Warum war mir nie aufgefallen, dass die Erwachsenen ringsum gestützt werden mussten, während das Kind in ihrer Mitte weder klagte noch bettelte?
"Dabei macht das Zottel immer ein Gesicht, als würde es uns etwas anbieten, was schlecht ist für die Zähne."
"Es gibt nicht viele Erwachsene, die über den Tod sprechen mögen."
Tatsächlich ging man mich immer nur wegen des Himmelreichs an. Als würde ich oben bei den Kirchenglocken einen Goldschatz hüten. Niemand aus der Gemeinde wollte das Laub in Erwägung ziehen, das sich still unter dem Schnee in den Kreislauf des Lebens fügte.
"Das Zottel hat Angst vor dem Tod. Immer wieder bestellt es uns Kinder ein, um sicher zu sein, dass noch jemand vor ihm an der Reihe ist."

7a

"Aber Ihr Kinder seid doch gerade erst geboren!"
Plötzlich stand alles in mir still. Mein Ausruf sank wie Asche auf mich hinab. War ich all die Jahre Pfarrer gewesen mit dem Ideal einer Gemüsewage? Hundert Gramm Gerechtigkeit, bitte. Ich spürte keinen Boden mehr. Gleich einem Pendel schwankte der Stein unter mir. Langsam segelte das Kirchenschiff hinein ins nächtliche Afrika. Wie viele Sterne es gab! Auf den Wipfeln der Bäume wogten Vögel im Wind der Steppe. Ein Elefant brach durch das Unterholz und sah mir vom Ufer aus nach.
"Oh, haben wir den Elefanten aufgeweckt?"
Das Mädchen schwieg. Was Kinder schweigen können! Im Geiste eines stummen Fährmannes schien das Mädchen vor dem Altar zu stehen. Kinder gehen mit den Toten wie mit den Lebenden um: Fingerpuppen aus königlichem Purpur und schwarzer Seide sind ihnen Antwort genug.
Unwillkürlich nickte ich zu beiden Seiten des Ufers hin. Die Menschen, die dort standen, schienen mich zu kennen, und ich sie.
"Herr Pfarrer, es ist Zeit für den Segen", sagte das Mädchen.
Ich folgte der Stimme des Mädchens bis vor den Altar. Beinahe hätte ich meine Augen geschlossen. Ich verspürte keine Lust mehr, mit ihnen zu sehen. So aber erkannte ich, wie das Mädchen geschwind zur Seite trat und mich die Kerzen spüren ließ, die erloschen auf dem Altar standen. Ich tastete nach dem Kruzifix. Als ich den fein geschnitzten Leib Christi spürte, schien das Kirchenschiff in einen Hafen anzulangen.
"Komm, es ist nicht mehr weit!" Ein letztes Mal nahm das Mädchen mich bei der Hand.

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Der Bootssteg führte hinein in dunkles Grün, das sich mir entzog, je näher wir ihm zu kommen schienen. Schwüle lastete auf mir, eine fiebernde Art der Erwartung. Mein Talar, er fühlte sich Stück für Stück unpassender an. Mit der schmalen Hand eines Zehnjährigen hielt ich den Briefumschlag des Mädchens. Segnen sollte ich ihn, und hatte doch alle Segnungen meines Pfarramtes längst vergessen. Tiere wichen zurück ins Buschwerk. Man beäugte uns mit einer Neugier, wie man sie unter den Menschen gelegentlich im Kindesalter noch fand, ehe sich eitle Erwartungen an ihre Stelle drängten, den Gefühlshaushalt zu bestimmen.
"Sieh!" rief das Mädchen.
Inmitten des Urwaldes waren wir auf eine Lichtung gelangt. Um uns ein Heulen des Windes, das aus Höhlen tief unter der Erde zu stammen schien. Gebeine erkannte ich, weiß wie Elfenbein. Sterbliche Überreste, die in das Grün Afrikas gelegt waren, als wären sie der Schmuck der Erde.

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"Hierher kommen die Elefanten, wenn sie müde sind."
"Woher kennst Du den Ort?" Ich war überzeugt, dass vor uns kein Mensch je diese Lichtung betreten hatte.
"Du hast mich hingeführt."
Das Mädchen wirkte enttäuscht, als hätte ich wieder etwas nicht verstanden. Tatsächlich kam die Lichtung mir bekannt vor. Wo nur hatte ich sie zuvor gesehen?
"Für einen Jungen sollte ich schreiben, dass das Leben durch die Elefanten hindurch scheint, kurz bevor sie hier ihren Frieden finden. Als wären sie aus Glas. Eigentlich konnte der Junge selber schon schreiben. Aber er hat sich nicht getraut, sein Bett zu verlassen."
In der Nacht, als Onkel Erhard starb, hatte ich leise die Tür meines Kinderzimmers geöffnet, um zu horchen, was die Erwachsenen atemlos am Telefon besprachen. Ein Spalt Licht fiel in das Kinderzimmer und spiegelte sich auf den drei gläsernen Elefantenminiaturen, die nahe der Fensterbank standen. Eine Mutter, ein Vater und ein Junges. Alle drei verbunden durch goldfarbene Kettchen.
Weinen hörte ich in jener Nacht niemanden. Stattdessen traf man Reisevorbereitungen. Als wäre es am Wichtigsten, den Tod von Onkel Erhard zu regeln. Während die Erwachsenen so gestimmt ihre Koffer packten, fiel ich in einen atemlosen Traum.

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Und mit einem Male erkannte ich alles wieder! Das kniehohe Gras strich über meinen Schlafanzug. Die Erde unter den Füßen war noch warm von der gerade erloschenen Sonne. Um mich lauter Gebeine von Elefanten. Onkel Erhard ruhte unter einem Baum inmitten des Elefantenfriedhofes. Noch nie hatte ich als Kind solch einen Baum gesehen. Tausend Jahre und mehr schien der Baum alt zu sein. Erst wirkte es, als wäre Onkel Erhard mit seiner Pfeife im Mund eingeschlafen. Doch dann tat er die Augen auf und lächelte mir zu. Komm! Ich aber schüttelte nur den Kopf. Ich wandte mich von Onkel Erhard ab und rannte so schnell ich konnte durch den Urwald zurück in mein Bett...
"Nun geh schon", sagte das Mädchen, "Dein Onkel hat lange auf Dich gewartet."
Der Baum stand noch da, wie ich ihn in meiner Kindheit zurück gelassen hatte. Als wäre seit jenem Traum nicht ein Tag vergangen. Onkel Erhard breitete seine Arme aus. Nie in meinem Leben hatte ich solch eine Güte gespürt.

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Neben dem Altar sah ich mich liegen. Die Beine angewinkelt, als hätte ich noch versucht zu knien, bevor ich rücklings auf den Kirchenboden fiel. Der Mund geöffnet wie zum Gebet. Den Briefumschlag hielt ich in meiner Faust geborgen. Nach der Messe hatte ihn mir die Schwester Oberin eines Kinderkrankenhauses gegeben. Fürbitten schwerkranker Kinder. Ich war nicht mehr dazu gekommen, hinein zu schauen. Das würden nun andere tun müssen.
Meine Flucht, die in jener Nacht begann, als Onkel Erhard starb, hatte nun ihr Ende gefunden. Alle Himmel der Welt taten sich vor mir auf, bevor ich einging in seine Hände.


Bilder von Jendrik Helle

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Dienstag, 20. April 2010

160 Zeichen und keine Welt.

01. Dezember 2000 um 22 Uhr 00
Love with tongues of fire. Schlafe schön und träum was Süßes! Deine Linny hat Dich lieb!
06. Dezember 2000 um 20 Uhr 24 und 20 Uhr 26 und 20 Uhr 27 und 20 Uhr 32
Du bist doch ein elender Schleimer! Ein Schlumps! Hilfe!!! ;-> 1000 Küsse an Dich!!! Nein, Du bist nicht elend, Du bist phantastisch! Der Brief ist fertig, geht morgen weg... Und danke für alles! ...was für eine Schauspielerin? Und ich hab dich lieb! Linny goes 2 bed now... Schlaf schön, mein Schatz! :--**
07. Dezember 2000 um 17 Uhr 27 und 17 Uhr 28
I never meant to do you trouble, I never meant to do you harm. Entschuldige den "Schleimer." Vielleicht werfe ich manchmal zu sorglos mit solchen Wörtern um mich. Little phantasy...
16. Dezember 2000 um 13 Uhr 24 und 13 Uhr 27
Es schneit!!! Schnee!!! Christian, vielen Dank für Deinen Brief, hat mich sehr ge- freut!!! Und morgen wird Vicky 7, Freude überall!!! LoveLoveBeatinHeart, Deine Linny <3
18. Dezember 2000 um 20 Uhr 10 und 20 Uhr 12 und 20 Uhr 14
Mein Süßer, gerade, als ich auch bei der Post stand, hast Du wohl Dein Paket losgeschickt! Und es schneit wieder... Dicke weiße Flocken, über Tannen und Dächer, tanzend, still. :-* Ich merke, mein Schatz, ich bin drauf und dran, mich in Dich zu verlieben. :-***
19. Dezember 2000 um 17 Uhr 19
Ach, Christian, das hoffe ich auch! Im Übrigen, ist MIR Dein Alter egal, my dear *<3*
26. Dezember 2000 um 17 Uhr 10
Habe eben mit meinen Schwestern Schneeballschlacht gespielt :->> All my love 2 YOU!
26. Dezember 2000 um 22 Uhr 12 und 22 Uhr 18
Ach mein Lieber, mit Dir würde ich alles schaffen! Viel Spaß beim edlen Schnabulieren! <3 My love, my love... my LOVE!! Deine Linny ... bin bald zu Hause, rufst Du mich noch mal an? Hm? :-)
26. Dezember 2000 um 22 Uhr 59
My Love, mach Dir darum keine Sorgen. Was ich an Dir schätze und liebe ist Dein Wesen & Dein Geist, Deine Liebe! Ich drück und küss Dich 1000 mal.
26. Dezember 2000 um 23 Uhr 05
... hm, lass mich überlegen... ich denke, nö :-> Oh Christian, Du bist ein Engel!
26. Dezember 2000 um 23 Uhr 39
Werde ich wohl müssen. Aber weit ist es ja nicht. - schlaf Du ruhig und seelig! Ich wünsche Dir ALLES LIEBE UND VIEL LIEBE VON MIR!
27. Dezember 2000 um 01 Uhr 25
"Unter Bäumen will ich träumen." Tulip Knofel. ...bin unbeschadet nach Hause gekommen, höre Coldplay & denke an Dich. Heut ist irgendwie alles unwirklich...
27. Dezember 2000 um 20 Uhr 57
Sei nicht böse, dass ich jetzt nicht kann, my dear! Ich würde jetzt wirklich ger- ne mit Dir reden... nun, sicher telefonierst Du schon mit der Nächsten. Auf bald Linny
27. Dezember 2000 um 22 Uhr 58
Ach, my Darling, du machst mich wirr; ich dachte jetzt wieder an "Ob Linny oder wer anders: egal." ICH WILL DIR NICHT EGAL SEIN! Ich hab solche Lust auf DICH!! :-*
30. Dezember 2000 um 06 Uhr 42 und 06 Uhr 47
Guten Morgen Linny! Muss gleich zur Bahn. Meinen AB werde ich jetzt wohl nie mehr löschen, Du klingst so schön!!! Gestern Abend ging es in der Stadt hoch her, mehr am Dienstag. Habe jetzt Karten für Chris Rea und für Texas. Ich liebe Dich D<3n Christian. Und viel Spaß bei Sören!!!
30. Dezember 2000 um 08 Uhr 37 und 08 Uhr 38 und 08 Uhr 47
Raise your drinks & toast 2 all. And let love enter one & all! Linny <3 Du bist schon fast da, ich bin grade aufgewacht :-> ... ich hoffe, auch mal zwischendurch etwas von Dir zu hören? :-* My Love!

3

01. Januar 2001 um 14 Uhr 21
...and after all ...you´re my wonderwall... Silvester war LAUT und strange :-( Ich wünsche Dir ein schönes, ein wunderschönes neues Jahr!! Alles Liebe, *Linny*
02. Januar 2001 um 16 Uhr 59
Ach viel zu früh bist du geschieden und tief die Trennung mich betrübt schlaf sanft bis wir beim auferstehen dort unten einst uns wiedersehen.
02. Januar 2001 um 19 Uhr 45
Noch bist Du nicht besiegt: Der Schönheit Fahne weht purpurn noch auf Lipp und Wange Dir. Dies auf Dein Wohl, wo Du auch stranden magst!
08. Januar 2001 um 22 Uhr 07
Ich melde mich bald, wir müssen wohl reden. Bis dann! Linny
15. Januar 2001 um 16 Uhr 36
I get 2 the bottom and I see you again! Ich warte darauf, Dich mal zu treffen. Hab Dich lieb! Linny
16. Januar 2001 um 15 Uhr 05 und 15 Uhr 06
Laughing loud, we´re gonna run away... Ich hab Dich lieb! ANGST hab ich nicht davor... aber ein bisschen Unbehagen. Wir reden mal darüber, irgendwann.
17. Januar 2001 um 20 Uhr 24
Ich würde mich freuen, Dich am 10.03. um 11:01 begrüßen zu können!
21. Januar 2001 um 00 Uhr 13
In diesem Augenblick denkt ein Freund an Dich. Linny
23. Januar 2001 um 14 Uhr 40
Walking through the spiderwebs... Alles okay. Wie geht es Dir? Ich hab Dich lieb! L.
28. Januar 2001 um 12 Uhr 36
Hey hey, my my, RockNRoll will never die - go 2 the picture, and meet the eye, hey hey, my my... Little Linny hat Dich lieb.
28. Januar 2001 um 22 Uhr 48
"Nicht wir sind schuld, ach! unsere Schwäch allein: Wie wir gemacht sind, müssen wir ja sein." Und ich schlaf nun seelig ein. Gn8 :-*
30. Januar 2001 um 19 Uhr 35
Bilder von Dir... schickst Du mir mal ein Foto? War gerade bei Maria, oh, ich liebe diese Frau!! Ich fühl mich heute sowieso so gut! :->
02. Februar 2001 um 06 Uhr 44
Ich fühle mich jung und frisch und geliebt - oh what a great day! Hoffe, Dir geht es auch BESTENS! Deine
Linny
09. Februar 2001 um 01 Uhr 33
I´m gonna get me a motorcar... Hey, bin stolz auf Dich!
13. Februar 2001 um 21 Uhr 27
Dankeschön für die Karte! Sie hat mich lächeln lassen und gefreut. Vicky tänzelte um mich herum und kicherte, als sei es ihr Brief... schöne gute Nacht! Deine Linny
14. Februar 2001 um 21 Uhr 49
Am 18. Februar sind JJ72 bei Dir in Hamburg und spielen ihr Album - mein Tipp an Dich: WOW, SCHAU DIR DIESE SUPER BAND AN!!! So I take my good fortune...
18. Februar 2001 um 23 Uhr 42
"October Swimmer" - Hillary Woods ist die coolste Frau der Welt! Und sie hat mir!!! zugelächelt :-)))
20. Februar 2001 um 18 Uhr 50
Was sagst Du zu WITT?
20. Februar 2001 um 21 Uhr 10
Yo, ignoriert mich alle, ich steh da drauf :-(
22. Februar 2001 um 22 Uhr 20
It´s the perfect time of day to throw all your cares away! Einen WUNDERSCHÖNEN Freitag wünsch ich!

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1. März 2001 um 21 Uhr 07
Komme eben von Maria, die Frau ist die ALLERBESTE! The most special angel in the world, I swear! * Love *
4. März 2001 um 20 Uhr 18 und 20 Uhr 19 und 20 Uhr 20
:-) Du willst Dich einschleimen, he? :-) Ich freu mich sehr auf Dich Klar wird sie sich dafür interessieren, sowas gibt´s ja nicht alle Tage :-) Und ich will die Songs darin! Möchtest Du dann Maria sehen, Molli, Conny, Kathi, Steffi, Chris- tine? Ist ECHOES sehr schlimm auf "Schocker" gemacht, muss ich Angst haben?
06. März 2001 um 21 Uhr 39
Schneeweiße Schwingen in Ewigkeit mögen Deinen Schlaf behüten, heute Nacht und noch für Jahre. Ja, so soll es sein. Freue mich auf Dich! *hm*g*yeah*
10. März 2001 um 17 Uhr 14
Maria und ihre Eltern wünschen Dir eine schöne Heimfahrt, ich schließe mich mit :-) an! Vicky denkt an Dich, ich auch...

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10. März 2001 um 18 Uhr 48
At home! At home! Alles Liebe nach Hamburg und viele süße Träume! Deine Linny. P.S.: Danke für alles.
13. März 2001 um 14 Uhr 52
Ich habe Angst vor BAKTERIEN... Tarzan sorgt überall für Begeisterung! Thank you. Danke Dir für alles, für Deine Liebe und Deinen Geist - see you soon!
16. März 2001 um 21 Uhr 54
Natürlich bist Du immer in meinem Herzen, das kann Dir keiner nehmen. Love, Love, Love Linny. Ich freu mich auf Dich, und darüber, dass Du eben DU bist!
17. März 2001 um 09 Uhr 06
Amo vitam... Jörg will heute mit mir "richtig einen steigen lassen", aber das müssen wir erstmal sehen... MÜDE bin ich!! You´re on my mind in my sleep... Linny
17. März 2001 um 19 Uhr 27
Grüße aus Bärlin! Meine family ist recht spaßig drauf, I´am okay :-)
20. März 2001 um 20 Uhr 48 und 20 Uhr 49
Sitting in a cherry blossom tree... Mit vielen warmen Gedanken an den bevor- stehenden Sommer grüße ich Dich herzlich! :-) yours Linny
REEF kamen heute im TV. Klar sind die super, sehr sogar!!! Naja, aber Texas sind auch okay. :-)
25. März 2001 um 20 Uhr 03
Radikal egoistisch will ich Dir gegenüber gar nicht sein, aber was passiert, muss so sein. Es war wohl alles ein bisschen eng. Aber ich bin froh, Dich zu kennen! L.
25. März 2001 um 22 Uhr 41
Ja, nach einiger Zeit wird mich unsere Komplexität auch nicht mehr so ärgern, hoffe ich. Give me your hand ;-) and sleep well! Bis bald, Linny.
15. April 2001 um 09 Uhr 18
Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage Dir: Heute wirst Du mit mir im Paradies sein.
05. Mai 2001 um 21 Uhr 38 und 21 Uhr 43
Große Kunst machen nicht die, die gut aussehen und alles im Griff haben. Grosse Kunst verdanken wir denen, die immer ein Problem mit Mädchen haben wer- den.
09. Mai 2001 um 21 Uhr 30
Hi Nike! Leider nur Deine Mailbox da. Wie wärs, wenn wir uns Samstag um 15 Uhr vorm Rathaus treffen? Gruß Christian
03. Juni 2001 um 09 Uhr 12
Alles Liebe und Gute wünscht Dir zu Deinem Geburtstag die Soldatenbraut. Für Dein neues Lebensjahr wünsch ich Dir nur das Beste. Liebe Grüße und ich hab Dich lieb (-:
03. Juni 2001 um 13 Uhr 33
Im Mondkalender steht, dass wir mit einem Thema abschließen sollen. Ich finde, ein Neuanfang täte uns gut. Happy Birthday! V.

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15. Juni 2001 um 16 Uhr 10
Hi Chris. Lass uns nächstes Wochenende treffen! Du hörst Nike heute oder morgen bei Radio Energy - ich kreische zum Thema Hauptgewinn! Gruss, Nike
28. Juni 2001 um 00 Uhr 23 und 00 Uhr 29
Sind wir nicht, aber ich sehe ihn als nahezu perfekt für mich an - sein Leben so mit LIEBE gefüllt! J´adore lui, mais je suis jalouse aussi... il y a un problem. L
C´est injuste! Ilest un petit fou au temps, et ca me rend agressive... ET triste! Ach scheisse, er fehlt mir einfach. Need some shelter...
29. Juni 2001 um 06 Uhr 57
Der Ingeborg-Bachmann-Preis auf 3sat! Schnapp Dir jemanden mit TV und guck ihn Dir an!!!
29. Juni 2001 um 18 Uhr 16 und 18 Uhr 25
Ich stand heut verträumt auf dem Bahnhof, und da kamen mir folgende Gedanken: Menschengedanken. JEDER Mensch ist ein kleines Universum und jede Seele ist eine kleine darum kreisende Sonne. Sie schafft die nötige Ordnung im Chaos der Elemente.
03. Juli 2001 um 17 Uhr 20
Hi Chris. Einzige Schanx, sich zu treffen, ist in der Mittagspause in der Innenstadt. Wann würde Dir das passen? Niki
07. Juli 2001 um 10 Uhr 57
Hi Chris. Zeit und Lust, sich heute in der Stadt zu treffen? Nike
15. Juli 2001 um 09 Uhr 19
Aus dem Radio plätscherte ein morgendlich harmloser Popsong nach dem anderen. Bei dieser Musik hätte man glauben können, die Welt hätte sich in den letzten zehn Jahren kein bisschen verändert. Nur die Sänger und die Titel hießen anders. Und ich war zehn Jahre älter geworden.
18. Juli 2001 um 15 Uhr 59
Im August erscheinen Anzeigen von mir in der Woche und SZ. Anika
23. Juli 2001 um 00 Uhr 17
Addicted 2 chaos I´m swimmin´ through this life, givin´ everything I own.
27. Juli 2001 um 17 Uhr 55
Hallole, i gang etzt mit de Sabine in ´d Naturbhne (Freilichttheater)! Wendels Heimat. Des wird sicher luschdig. Chrischdine
30. Juli 2001 um 00 Uhr 19 und 00 Uhr 24
Epona kenn i ziemlich guat - die hockt immr uf ihre Rößle, drum rum sin oft Vögele - mit dere ihrem Gsang lullt d´Epona die Lebende ei un weckd die Tote. ENYA hätt ä Lied drüber gschriebe. Über mein Schlaf wachet "IBNNAZEEMA" & "AZIZA" & "RAYAN". S´Nächdle CH.
03. August 2001 um 00 Uhr 24
If you need an explonation then everything must go! (by The Manic Street Preachers)
05. August 2001 um 18 Uhr 50
Mir doch wurst, ob die sich in´s Jenseits befördert, kann die Frau nicht ausstehen mit ihrer Piepsstimme. Es geht halt den Großen wie den Kleinen.
06. August 2001 um 17 Uhr 39
Mariah Carey ist mir da egal. Wieso hast Du Kummer? *big surprisen ´cause of your letter**
07. August 2001 um 15 Uhr 49
Willst Du nichts mehr mit mir zu schaffen haben, oder frisst Dich die Arbeit auf? Mir fehlen die geistigen Gedankenaustausche.
18. August 2001 um 12 Uhr 38
Weißt Du, was ich fühle, wenn ich Nachrichten von Dir bekomme? Zuviel Melancholie, düstere Gedanken, keinen Lebensmut. Bist Du so drauf? Wäre schade!
20. August 2001 um 17 Uhr 38
Hutzenberge riesengroß, Hutzenberge makellos. Hutzenberge sind so weit - hörst Du meinen Hutzenschrei? L.
20. August 2001 um 20 Uhr 37
Mehr Zamonien: 22:05 HR2 - Radio hast Du doch sicher, gell? Dafür lohnt sich das Werben! -gut gereimt!
21. August 2001 um 17 Uhr 42
TOP DAY 2DAY! So ein WUNDERSCHÖNER Dienstag!!! :*) *söff*
23. August 2001 um 20 Uhr 18
Leise rieseln die 15 Punkte *** * *** :) Kurssystem ist PRIMA!
24. August 2001 um 18 Uhr 47
Hi, wegen morgen - 15.00 Uhr Rathausmarkt?
26. August 2001 um 15 Uhr 26
Bin am Freitag voll abgegangen... In ´ner "verbotenen" Disco... Cool irgendwie: die Bullen haben nix gecheckt ;-)
26. August 2001 um 23 Uhr 42
Will ich auch hoffen. Wurde heute mehrfach angebaggert und als Schlampe beschimpft - trotzdem ´n geiler Tag auf´m Herbstfest ;-) HELL*YEAH!
29. August 2001 um 20 Uhr 20 und 20 Uhr 21
Du solltest mir wirklich keine Pakete schicken, das gefällt mir nicht - ERFURT ist schön! Sei nicht beleidigt, es wäre einfach nicht richtig. ...create some wealth...
31. August 2001 um 19 Uhr 48
ALLES MIST! :( Wish I had a bottle here in my dirty face. Linny

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02. September 2001 um 17 Uhr 57
Die Karte kannst Du für Millionen verkaufen! Steffi kann nicht, sie ist am Sonn- tag auf dem DM-Konzert, und moi würde Panik kriegen. Klar ist das Oasisbuch gut, wenn auch ganz schön sentimental! An einigen Stellen gleicht es mehr einem Konsalik.
02. September 2001 um 23 Uhr 22
Ja, Danke. Du hast so Recht. Solche Verbalinjurien sind verletzend und über- flüssig! Bin gerade in HH angekommen. Gruss, Nike
03. September 2001 um 18 Uhr 04
Vergiss DROGEN, das ist directly from hell und ekelhaft. Alkohol auch, nur eben in kleinem Maße...
03. September 2001 um 21 Uhr 40
Habe die Zulassung für Magister Franze - und damit wohl auch für Englisch! Yep! Die Akademie hat mich wieder! Nike
04. September 2001 um 18 Uhr 36
Jetzt sei doch nicht so bockig, ich weiß, dass Du weißt, dass Drogen scheiße sind. Und trotzdem verfallen ihnen Tausende! Nie Christiane F. gelesen? Hoffe trotz allem, dass Dein Dienstag okay war, looking forward to the weekend. P.S.: Hatte einen phänomenal guten Traum!!!! :)) Der war schön...
06. September 2001 um 19 Uhr 22
...Space Lord... Viele Donnerstagsgrüße und einen heftigen Regenschauer von Linny.
07. September 2001 um 19 Uhr 58 und 19 Uhr 59
In the rain I was born... so ein schöner Herbst! Im Ernst, mir geht es sehr gut. Wie mailt man zwei komplette Seiten "herum"? Talk to me now... :)
08. September 2001 um 15 Uhr 04
Ach so, ich dacht, Du wärst jetzt online. Trotzdem wird Erziehung bei Euch wohl gar nicht so groß geschrieben, WAS? (Zitat Helge Schneider, nichts weiter.) Regengrüße, L.
09. September 2001
Ladys and Gentleman, boys and girls: Mr. Martin L. Gore!
09. September 2001 um 19 Uhr 02
"Ausziehn", hast auch Du gerufen? Depeche Mode in allen Ehren, Steffi braucht morgen Valium, wetten! Sie freut sich seit drei Jahren darauf, ich weiß gar nicht, wie ich sie wieder runter kriegen soll...
10. September 2001 um 23 Uhr 03
Ich weiß schon, wie ich mit Steffi umgehe. There´s no Master.
11. September 2001 um 18 Uhr 57
Ich wollte gestern nicht gemein zu Dir sein, aber Steffi kennst Du nicht. Es geht nicht darum, ob ich ihr Träume klaue. Hier hilft kein Stereotyp.
13. September 2001 um 19 Uhr 00
Scream until the war is over!
15. September 2001 um 14 Uhr 36
People are afraid of the 3rd World War... :-() Auch das noch. :'(
15. September 2001 um 18 Uhr 30
@->--- Dies ist eine Rose für alle die Menschen, die unter dem Terror Angriff in den USA um´s Leben gekommen sind. Sendet sie weiter für FRIEDEN!
16. September 2001 um 21 Uhr 59
Und wie soll meinereiner sich fühlen? Gerade mal 17jährig soll ich der Zukunft beraubt werden?! Wenn diese blöden Amis einen Krieg beginnen, werden wir das alle nicht überleben... :'(
24. September 2001 um 16 Uhr 30
Bin nicht mit dem zusammen! Er geht gar nicht! Wohne nur da, solange keine neue Wohnung in Aussicht! Gleich Kohle-Präse!
25. September 2001 um 19 Uhr 45
"Werd das Septembergrau zerstör´n..." Habe Rosenstolz wiederentdeckt! Schöne Sache!
27. September 2001 um 18 Uhr 17
I am not over, undone and sober... so why so sad... Wie sieht es aus da in Hamburg?
28. September 2001
Einst bist du abgedroschen, verblichen und erloschen, und keiner um dich her. Dann werde ich mich wenden, zu ernten und zu enden. Auf meinen festen Händen trage ich dich über mein finsteres Meer.
8. September 2001 um 22 Uhr 09
Lieber Sohn! Vielen Dank und ein schönes Wochenende! Dein Vater
29. September 2001 um 16 Uhr 13
Ich hoffe, Du schreibst auch hinein, dass das MEIN "Live forever" ist.

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30. September 2001 um 14 Uhr 24
Nun, dann schreibe mal. Ich meinerseits arbeite an "ANGST" und Antigone - auch schön! :-)
01. Oktober 2001 um 21 Uhr 00
Christian! "Marsmoppel" und ich sind beide eine Woche krankgeschrieben! Der Mann ist spießig, humorlos und wehleidig! Zusammen sind wir wie Nitro & Glycerin! Gott, gib mir ne WG!
01. Oktober 2001 um 21 Uhr 48
Keine Piraten und keine gefährlichen Hängebrücken! So viele Piraten gibt´s nirgends, dass der Mann erotisch würde! Grüße, Copycomtess.
02. Oktober 2001 um 18 Uhr 10
ICH FREU MICH! Fahre bald nach Paris, und ein paar Monate später nach Oslo, will heißen, die kleine Linny wird hier total international :-)
08. Oktober 2001 um 17 Uhr 22
The simpler the answer the harder it can get... Donnerstag kommt mein Austauschnorweger - das wird ein Spaß?
10. Oktober 2001 um 20 Uhr 18
Hören Sie da mal auf, mich auszulachen, ja?
17. Oktober 2001 um 17 Uhr 40
Mein Norweger ist weg. Es war SUPERSCHÖN! Alles weitere demnächst... Lynn
18. Oktober 2001 um 00 Uhr 25
Chris! Fliege hier Sonntag raus! Im Ernst. Suche intensivst ein oder zwei Zimmer! Vielleicht "muss" ich Sonntag zu Dir ausweichen - bin pflegeleicht und zahle adäquat!
18. Oktober 2001 um 22 Uhr 54
Wie erwartet: Er hat meine Vulnerabilität ausgenutzt. Als ich empört reagierte, hieß es "halt die Klappe"! Er ist ein fürchterlicher Mann. Ich ertrag´s nimmer!
24. Oktober 2001 um 22 Uhr 55
Hase! Der Doc hat sich nicht gemeldet wegen der Wohnung! Auf N-TV kam/ kommt der Beitrag! Hole den Hammer für Dich und alle, die an mich glauben!!!
28. Oktober 2001 um 20 Uhr 26
Drück mal die Daumen für die Wohnung Oberstraße, am Grindel, 5. Stock, hell, Badewanne, 490 warm pro Person, per sofort! Trill läuft ganz gut - habe meinen Claim durchgesetzt!
31. Oktober 2001 um 13 Uhr 22
Es soll bei einer Wohnung nicht um Ausblick oder Fläche gehen, sondern um Ambiente. Man muss sich wohlfühlen in den vier Wänden. L.

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01. November 2001 um 20 Uhr 44
But everything must go... mit Hilfe welcher Bücher, spezielle? Das ist schon Wahnsinn, was Menschen zusammen hält, voneinander abhängig macht. Trotzdem meist Liebe. L.
04. November 2001 um 18 Uhr 16
Chris! Lass mich bitte heute - und zwar nur heute (!) bei Dir nächtigen!!! Suizid auf Bahnstrecke: Komme um elf in Hamburg an und will dann nicht mehr beim Nachbarn klingeln!!!
09. November 2001 um 23 Uhr 39
Ich kuschle mich für den Rest meines Lebens in mein ICH. Linny.
22. November 2001
Nike! Vielen Dank noch einmal für den schönen Abend, den Du mir ermöglicht hast. K. (? der an der Garderobe) wirkt viel positiver als N., finde ich.
24. November 2001 um 18 Uhr 15
Chris! Fahre im Siegestaumel für ein paar Tage nach... Ja, N. hat sich zum Negativen verändert. K. ist ein Gentleman-Kollege. Ein geiler Typ von der Party hat mich angerufen! HDL.
25. November 2001 um 11 Uhr 28
Schön, dass Du Donnerstag da warst! Der Mann ist "nur" Kundenberater bei …, tanzt wie ein junger Gott und will mit der Hammer-Heroin Kaffee trinken. Rufe Dich von … aus an. *N.
02. Dezember 2001 um 09 Uhr 57
Moin, Hase! Habe morgen Gespräch bei … und muss noch mindestens zwei Seiten tippen und mein Drucker funktioniert nicht. Kann ich das heute am frühen Abend bei Dir schreiben?
05. Dezember 2001 um 22 Uhr 44
Chris. Habe den Rat beherzigt: Soll morgen ab neun anrufen. Die suchen!
08. Dezember 2001 um 17 Uhr 39
Hase! Lass uns unbedingt wieder vertragen, tut mir leid! Unsere Schnacks und Deine Brillianz geben mir immer so viel! Gruss, Nike
11. Dezember 2001 um 21 Uhr 06
Hase! Allegra-Literaturwettbewerb mit Thema "Das Meer-Prinzip": Das schreit nach Kapitänsgeschichten! Morgen Mittag treffe ich Jens... HDAL, Nike
12. Dezember 2001 um 22 Uhr 50
Hase. Du wirst wohl (vorerst) der wichtigste Mann in Nikes Leben bleiben :-) Der Styler war angetan von meinem kreativen Talent und prophezeit mir eine große Zukunft :-)
21. Dezember 2001 um 15 Uhr 37
Hase, bin dafür, dass wir uns rekonsilieren. Manchmal legst Du Dinge zu Unrecht zu Deinen Ungunsten aus. Und hätte ich Internet, täte ich auch was für Dich nachgucken :-) Hase
10. Januar 2002 um 20 Uhr 46
Hase! War heute für ganze drei Stunden in München -zum Vorstellungsgespräch. Aber München und die Agentur sind nicht mein Stylo. Ich halte HH die Treue! Gruss, Hase.

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22. Januar 2002 um 16 Uhr 59
Yes! Nike goes Allegra!
23. Januar 2002 um 09 Uhr 30
Hase, wenn Du irgendwelche Erkenntnisse, Zitate oder dergleichen zum Thema "Schicksal oder Zufall" hast, zögere nicht, sie mitzubringen (für dieAllegra). Gruss, Nike
24. Januar 2002 um 11 Uhr 12
Hase! Danke für Dein "Lebenselixier" :-) Das "Hungerland" hat mich sehr gefesselt! Mache heute Copytests, gehe an der Uni zu einem Vortrag "Studieren in USA" :-) Hase
27. Januar 2002 um 19 Uhr 04
Ich schlafe mit offenen Augen, meine Träume zeigen nur dunkle Pfade. Mit jedem Tag stirbt ein Teil von mir und meine Seele bittet um Erlösung. Schwarzer Engel, hilf mir.
01. Februar 2002 um 10 Uhr 49
Hase! Montag 16 Uhr kommt Nina Georgi von ALLEGRA zu mir nach Hause zum Interview. Am 8. ist das Shooting im Studio! Die Dritte ist Talkmasterin bei Sat 1. Rufst mich heute Abend an?!
05. Februar 2002 um 21 Uhr 12
Hase! Donnerstagabend habe ich Festnetz und einen Apple Mac mit Modem :-))) Bald wird man mich auf der Straße erkennen! Hase.
06. Februar 2002 um 17 Uhr 16
Ja, sei Donnerstag bei mir! Allegra shootet mich in weißen Sachen und projiziert Wasser, Schiffe etc. auf meinen Oberkörper! :-) Hase
13. Februar 2002 um 12 Uhr 11
Holy shit! Was für ein Stipendium meinst Du, Hase? Werde zu Ende studieren und nebenbei bei Film, Werbung etc. arbeiten, auch in USA oder London. Lieben Gruß, Hase.
16. Februar 2002 um 04 Uhr 24
Lieber Hamburger, Christine tanzt gerade mit ihrem Keksfritzen - Anton! Sind gerade von der Psycho-Fete zurück. Hab mir ihr Handy gemopst! Mach mal nicht so dumm rum!
07. März 2002
Guten Morgen HaSe :-* & :-* & :-* Heute gehe ich ins Musical :-)) Schauen wir uns Pfingsten den "König der Löwen" an? Dein Kuscheldrache :-***
07. März 2001 um 17 Uhr 35
Entschuldige, mein Liebster, aber das Seminar hat gedauert... :-( Viel Spaß beim Musical :-*** Dein HaSe
07. März 2002
Wundervoll, Dich zu hören, Liebling :-*** Santorin schaut toll aus :-) Hoffentlich klappt das. Eben ganz alleine im AUSTRIA gewesen :-(( Du fehlst mir!!! HDL!!!
07. März 2002 um 18 Uhr 15
Du fehlst mir auch, Kuscheldrache! HDL 1000 x :-*
07. März 2002
When I need you... Drei Stunden der Sound der 70er, drei Stunden erfüllt mit Sehnsucht nach Dir <3 <3 <3 Ich hab Dich lieb!!! Schlaf schön :-*** Dein Kuschel :)
07. März 2002 um 23 Uhr 10
Hab Dich auch lieb, süße Träume <3 <3 <3 Dein HaSe :-***
08. März 2002 um 06 Uhr 40
Guten Morgen, Liebster :-* Grüß doch bitte Deinen Vater von mir. Ich hab Dich sehr, sehr lieb! :-*** Dein HaSe
08. März 2002 um 17 Uhr 35
Schnurr für mich, mein Schmusekater, während ich Dir durch die Haare kraule. HDSLKD :-*** Dein in Dich verliebtes Kätzchen.
08. März 2002
Hallo mein Liebster! Eil Dich nicht, ich bin bis 22 Uhr beim Badminton :-) Werde so um elf hoffentlich Daheim sein. HDSL. Dein HaSe :-***
12. März 2002 um 12 Uhr 34
Hallo, mein Liebster! Dein Erinnerungsalbum würde ich gerne mal sehen :-) All die schönen Dinge, die Du schon gesehen hast, betrachten :-) HDSL :-*** Dein HaSe
14. März 2002 um 22 Uhr 36
Das war keine Ehrlichkeit, sondern eingeschränktes Vorstellungsvermögen :-)) Gruß, Nike
16. März 2002 um 09 Uhr 41
Guten Morgen Liebster! Ich kann es kaum noch erwarten, wieder neben Dir aufwachen zu dürfen. Das wird sooo schön! HDGDL Dein HaSe :-***

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17. März 2002 um 00 Uhr 27
Willst Du?
17. März 2002 um 10 Uhr 45
Bowie muss man mögen & danke, wusste ich noch gar nicht & schön, freut mich (Wien?)!!!
26. März 2002 um 13 Uhr 02
Hallo, mein Schatz! Soso, Du gehst also mit einer Freundin ICE AGE schaun? Na, tu nur. Wir werden uns schon eine Beschäftigung finden. HDSSL Dein HaSe :-*
28. März 2002
Liebling! Das Haus meines Vaters ist vorgestellt worden in der BUNTEn: Starfigaro Meir eröffnet dort einen Style-Tempel und machte Party mit 700 Gästen.
04. April 2002 um 22 Uhr 09
Hase, gut, dass wir uns wieder vertragen haben. Bin froh, dass ich Dich habe. Gruß von der Trumpftrulla.
11. April 2002 um 10 Uhr 05
Hase, freue mich auf nachher. Habe tierische Angst vor dem neuen Job. Ich soll die Arbeit eines Onlinestrategen machen und mir Westbunnyspiele ausdenken. lg.
21. April 2002 um 15 Uhr 12
Hase, mit Mynsche war nix los, weil sie bis morgens gefeiert hat. Sitze seit zwei Stunden in der Schanze bei Salat und Cappuccino. Nullnummer war auch hier.
01. Mai 2002 um 11 Uhr 03
Hase, die Party war eher deprimierend. H. war distanziert, Nulli hat mich übersehen und Y. hat mich ignoriert. Aber mit einigen Exkollegen habe ich nett geschnackt.
02. Mai 2002 um 19 Uhr 05
Hase, viel Spaß bei Alphaville. Auffer Arbeit war es wieder extrem scheiße. Die Seniortexterin hat geile Claims abgelehnt. Gleich teste ich weiter copy.
10. Mai 2002 um 11 Uhr 23
Hase, ich wollte gerade eher gehen, da rekrutiert meine Kollegin mich für eine Diddel Scribbleeinführung. Meinst Du echt, der Fehler im Anschreiben ist nicht schlimm?
10. Mai 2002 um 13 Uhr 32
Hase, die Westtexte müssen wir noch mal besprechen, weil das Konzept sich geändert hat. Diddl nervt mich derbe. Bin glücklich, wenn R. mich einlädt.
12. Mai 2002 um 22 Uhr 46
Kann ich nur zurück geben, war ein sehr schöner Abend. Gute Nacht. Gerlinde
17. Mai 2002 um 19 Uhr 38
Hase, wann bist Du denn bei mir? Habe Jazz ausfallen lassen. Sitze allein Daheim und warte auf Dich. lg
17. Mai 2002 um 22 Uhr 12
Hätten heute einfach über meinen Arbeitstag reden sollen. Hase, ein bisschen positive Gelassenheit täte uns beiden ganz gut. Gehe schön shoppen, sonnen und essen. Bin eine gute Texterin mit großem Potential und Ambitionen und wünsche mir, dass Agenturen mich wegen meiner Arbeit und Person wollen. Bin aber guter Hoffnung. Bis Sonntag. hdl
18. Mai 2002 um 20 Uhr 39
Hase, war die Hochzeit schön? Habe einen sexy Rock und ein Rüschtop gekauft. Yas geht in Betty-Ford-Klinik mit komischer ex Büro Kollegin. Ziehe es vor, Daheim zu bleiben. lg

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20. Mai 2002 um 15 Uhr 08
Hase, die Party war extrem schön: Liebe Leute, super Liveband, tolle Wohnung, klasse Cocktails, alte Bekannte und eventuell ein freier Job. Fahre um vier an den Elbstrand. lg
23. Mai 2002 um 00 Uhr 14
Wollte nur sagen, dass ich keine Zeit habe morgen wegen Ballett. Hätten heute telefonieren können, aber Du warst im Internet und für mich somit nicht erreichbar. Gruß Nike
31. Mai 2002 um 11 Uhr 32
Ja, ich gehe mit Silke zum Football. Komm doch einfach mit. Ich würde mich sehr freuen. Football beginnt erst um 18:30. Wir können uns vorher oder nachher treffen. Ich bin heute Abend zum Kirschblütenfest an der Alster mit Silke. Vielleicht hast Du ja Zeit und Lust zu kommen. LG Jule
02. Juni 2002 um 11 Uhr 48
Warum nicht? Habe heute Geburtstag, bin gekündigt worden – hätte mich über Deinen Besuch gefreut!!!
02. Juni 2002 um 16 Uhr 38
Hase, und wann feiern wir Deinen und meinen Geburtstag? Morgen? War mit Iris und Kris frühstücken, auf dem Flohmarkt und im Restaurant mit Mynsche. lg Hase
03. Juni 2002 um 10 Uhr 46
Hallo Christian! Ich hoffe, Du hattest noch einen schönen Sonntag. Ich wünsche Dir einen sehr schönen Tag. LG Jule
03. Juni 2002 um 09 Uhr 21
Häslichen Glückwunsch, Hase! Ja, sei um fünf bei mir! Gleich: eMails, Telefonate und Arbeitsamt! lg
09. Juni 2002 um 05 Uhr 54
Moin Hase. Wars schön gestern? Bin auf dem Weg nach Kiel! Um halb acht sitze ich standby an der Schleuse! Genieße die Illusion, dass ich länger an Bord bleibe! lg
10. Juni 2002 um 13 Uhr 01
Hase! Derbe geil, sackgeil! Habe mich amüsiert, den Cap genossen, fotografiert, aufm Sonnendeck gethront, alte Bekannte getroffen! Bin jetzt auf dem Rückweg! Telefonieren! lg
11. Juni 2002 um 17 Uhr 30
Hallo Hase, lass uns das Meeting auf Donnerstag verlegen. Gehe heute mit A. schwimmen. Der will mich auch mal im Speedo sehen ;-) lg Spiderwoman
13. Juni 2002 um 09 Uhr 00
Hase, Mynsche hat sich über den Kuchen extrem gefreut! Drück mir für … die Daumen – lasse mir deshalb eine USA Reise entgehen! Werde Agenturen in Hamburg mailen/anrufen! lg
14. Juni 2002 um 11 Uhr 21
Komplette Pleiteaktion! :-(( Hätte ruhig zur See fahren können! … war nicht da und man hat vergessen (!) mir Bescheid zu sagen! :-(((( lg
16. Juni 2002 um 16 Uhr 37
Liebe Grüße aus Lyngsa/DK. Sonne, Wind, Me(h)r. 20 Grad – Sonnenbrand Gefahr! Bier schmeckt! G& K Silke. Und auch von Detlev und meinen Eltern.
16. Juni 2002 um 23 Uhr 39
Hoffe, … war schön. Bewerbe mich für Textpraktikum in USA und rufe CD von … Hamburg an. Cap lädt mich nach USA ein. Rufst mich an? lg
24. Juni 2002 um 23 Uhr 35
Was erlaubst Du Dir? Du hast keine Ahnung, dass ich mich schon an der Fernuni angemeldet habe! Wärst Du Realist, würdest Du nicht glauben, dass Du Autor wirst! Deine Sprüche von heute sind das Allerletzte! Du hast die Essenz meiner Seele offensichtlich verkannt! Ein Mann, der die Copycomtesse zum Weinen bringt, ist keiner!
05. Juli 2002 um 12 Uhr 26
Hase, Fernstudium ist gut: Bin örtlich flexibel und kann Vollzeit in Agentur arbeiten. Muss nur ab und zu in die Außenstelle der Fernuni (ist in HH).
05. Juli 2002 um 14 Uhr 21
Du hättest mir helfen können, indem Du mir für vier Stunden Deinen PC und Drucker zur Verfügung gestellt hättest! Blöde, besserwisserische Sprüche helfen nicht.
08. Juli 2002 um 09 Uhr 40
Hier ging´s gestern ab wie in ´ner schlechten Soap: Y. schrie mich an und packte mich brutal am Arm – im Beisein von S., die krank darniederlag! Telefonieren?
08. Juli 2002 um 22 Uhr 03
Wenn Du nicht mal wieder unsensibel und schuldzuweisend reagiert hättest, hättest Du alles über Hammerparty, meine Jobangebote :-) und das Wochenende mit S. erfahren!
10. Juli 2002 um 18 Uhr 11
Mache von meinem Pfandrecht Gebrauch und behalte Y. Sachen ein – bis sie zahlt! Bin auf Untermieter-Suche:-/ Telefonieren?
14. Juli 2002 um 23 Uhr 35
Du gottverdammtes Arschloch! Unsere „Freundschaft“ ist beendet. Deine ignorante Meinung ist nicht gefragt! Bring Deine kranken... zu Papier, aber verschone meine Ohren. Dein Genöle über meine Entscheidungen und mein Handeln und meinen Charakter bin ich mehr als endgültig leid, Du Nichtskönner und Möchtegern-Autor!

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Dank an Linny, Christine, Nike, Carmen, Alexandra, Antje, Leonore. Besonderer Dank an Helene Hegemann.

Sonntag, 21. Februar 2010

Ein Mensch ist, was er hinterlässt.

Auf Gomera, in den Ferien mit meinen beiden Kindern, sah ich eine Frau am Strand, sie war um die Vierzig, ihre tiefgebräunte Haut straff über ihre Knochen gespannt wie über eine Trommel, ihr Körper bereit zum Sprung. Sie trug ein zerknittertes Kleid, hatte einen zusammengerollten Schlafsack dabei und eine alte, zerfetzte Tasche. Aus kleinen Gläsern trank sie Carlos Primero, aus ihrer Tasche holte sie eine gelbe Schwimmweste mit dem Aufdruck: Please don't remove from aircraft. Sie streifte die Weste über ihr Kleid und saugte abwesend an den Luftstutzen. Sie hob den Kopf und sah übers Meer. Laut, und zu niemand Bestimmten, sagte sie: Ihr Arschlöcher!

Doris Dörrie.

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Download!

Sonntag, 8. November 2009

Eyland 90, 12.

"…jeder spielt solang er kann seine Rolle mit, tritt dann zögernd in den Kreis der Unbrauchbaren und taucht schließlich ins Dunkel unter, ohne dass viel Aufsehens davon gemacht würde. Wer nach jahrelanger Fremde zu uns heimkehrt, findet nichts verändert, als dass ein paar alte Dächer erneuert und ein paar neuere alt geworden sind; die Greise von ehemals sind zwar dahin, aber es sind andere Greise da, welche die gleichen Hütten bewohnen, die gleichen Namen tragen, dasselbe dunkelhaarige Kindervolk bewachen und an Gesicht und Gebaren sich von den indessen Weggestorbenen kaum unterscheiden."

Hermann Hesse.

Einkaufszentrum

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Look at me!

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"Minuten vergingen, bis man dem seitlich in seinem Stuhle Hinabgesunkenen zur Hilfe eilte. Man brachte ihn auf sein Zimmer. Und noch desselben Tages empfing eine respektvoll erschütterte Welt die Nachricht von seinem Tode."

Thomas Mann.

Samstag, 17. Oktober 2009

Mein neues Leben.

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Untätigkeit tröstet über alles hinweg. Nicht handeln gibt uns alles. Sich etwas vorstellen ist alles, solange es nicht in Handeln ausartet. Niemand kann König der Welt sein, es sei denn im Traum. Und ein jeder von uns will, sofern er sich wirklich kennt, König der Welt sein.
Nicht zu sein, obgleich man denkt, bedeutet den Thron. Nicht zu wollen, obgleich man wünscht, bedeutet die Krone. Uns gehört, worauf wir verzichten, weil wir es im Traum bewahren, unversehrt und ewig im Licht der Sonne, das es nicht gibt, oder des Mondes, das es nicht geben kann.

Fernando Pessoa.

Freitag, 25. September 2009

Places.

Warum sind wir Wohlstandsbürger entsetzt, wenn jemand mit Anfang vierzig unheilbar erkrankt, warum werden an Krebs leidenden Siebzigjährige beruhigt, dass der Krebs sicher nur "eine Episode" sei? Oft fühle ich mich schrecklich verkehrt mit meinem aus Jahrtausenden gewonnenen Lebensgefühl. Einem Lebensgefühl, das Goethe bereits im 50. Lebensjahr als "ehrwürdigen Greis" erkannte. Und verwehen nicht überall auf der Welt Millionen Menschen wie Gras? Wahrscheinlich gleicht unser Lebensgefühl sich der Zivilcourage an: Was drei Abteile weiter passiert, geht einen nichts an, ist also quasi nicht vorhanden. Anders kann ich es mir schwer erklären, dass Christen regelmäßig unbeeindruckt sind von Hindus und Buddhisten. Als habe der Christengott Kontinente mit Irrglauben verfinstert. Ein ödes Nirwana, wo wir doch in Wirklichkeit Mama und Papa wieder in die Arme schließen dürfen.
Teile ich nun mein Leben durch Milliarden gelebte Leben, komme ich zu dem Endergebnis, meine kleine Reise heute vielleicht zum letzten Male angetreten zu haben. Der "Berg des Schicksals", auf dem ich am 7. Juni 1985 zum ersten Male jenes Gefühl von Freiheit empfand, die Welt erobern zu können. Wenige Augenblicke nur, während sie ringsum Segelflieger steigen ließen, welche wir im Werkunterricht gebastelt hatten.

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Konnte ich jenes rasende Gefühl von Freiheit im August 1999 und im Mai 2001 noch nachempfinden, als ich des Gedenkens wegen erneut dort hinauf kraxelte, so ist es jetzt eher die Freiheit des Heimkehrenden, die ich suche: Getan zu haben, was ich tun konnte.
Mein Leben führte ich immer mit einem gewissen Umweltbewusstsein. Tragfähiges schaffen wollte ich. Für kommende Generationen. Vielleicht hätte ich dem Leben so an anderer Stelle ein nützlicheres Werkzeug sein können, als als Kleinkünstler, aber wer kann das schon wissen?
Statt die Welt zu erobern, nun also der Friede, heimzukehren an die Orte meiner Kindheit. Jene Straßen, die immer noch sind, obwohl sie längst nicht mehr sind.
Mein Leben lang haben mich die Realitäten fasziniert, wann wir träumen und wann wir wachen. Ob das Jenseits unserer Träume weniger ist als ein Diesseits, das wir aus der Mitte unseres Bewusstseins heraus erleben, obwohl wir tatsächlich allein am Rande stehen.
Die Fassade des Glashütter Einkaufszentrums etwa, wie mag sie für andere "real" sein: Empfinden andere sich dort auch als das Kind, das selig in einer Werbung für allererste Spielkonsolen von Atari blätterte, das im Pro-Markt gegenüber seinen ersten Band "Superman" geschenkt bekam? Hier spendierte meine verstorbene Großmama mir ein Zitroneneis, hier pflückte ich Löwenzahn für mein Kaninchen "Albi". Was für andere nur Steine sein mögen, lebt und atmet in mir. Traum? Realität?
Ich habe die rechte Tageszeit gewählt. Dutzende Schüler juckeln ins Wochenende, prahlend, johlend oder selbstvergessen mit der Gitarre an der Hand. Fünfundzwanzig Jahre her, seit ich zum letzten Male mit meinem Schulranzen in den Gilcher Weg einbog. Direkt neben dem Straßenschild die "Bathöhle". Der Sandkasten am Ende der 34 b abgedeckt, eine Bank daneben für älteres Publikum. Alles so klein, so eng, so vergangen, mit wenigen Schritten zu durchmessen.
Wo im Einkaufszentrum Träume von Spider-Man verkauft wurden, jetzt ein Nagelstudio. Tattoos und Piercings haben sie auch im Angebot. Körperphantasien sind gefragt heute.
Es gibt den Chinamann noch! 1982, nach einer Klassenreise an die Ostsee: So glücklich war ich, wieder daheim zu sein. Und am Abend dann Hand in Hand mit meinen Eltern zu eben jenem Chinamann. Boxenstopp!
Eine alleinspeisende Frau vorgerückten Alters. Sie bestellt Wein zum Essen. Eine Familie. Die Tochter kauert über ihrem Gameboy, die Eltern blättern in Zeitschriften.

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Wo im Glashütter Einkaufszentrum das Hauptgeschäft meines Comichändlers "Holz" war, mit Figuren von Asterix & Obelix und Miniaturen ägyptischer Krieger, ist jetzt "Kik", wo ein freier Blick auf das evangelische Gotteshaus herrschte, haben sie einen Aldi vorgeknallt. Ich verzichte auf Fotos.
Am Ende, am Ziel dann der "Berg des Schicksals". Kein unbeschwertes Kraxeln Richtung Gipfel mehr. Stattdessen horche ich auf meine Bronchien, ob sie sich verengen unter der Anstrengung. Ich bin es so leid! Das hundeelende Gefühl am Morgen jedes einzelnen Schultages, das ließ sich händeln. Nie musste ich mich in aller Öffentlichkeit übergeben, nie ließ ich mich beherrschen von meinen Panikattacken. Aber gegen den Tod, gegen den kann ich nicht gewinnen.
Mit dieser Übermacht im Nacken, eröffnet sich mir nun auf dem Gipfel ein anderer Horizont: die Zeit, sie verrinnt! Gab ich mich nach der Schule mit einer Tafel weißer Schokolade für Stunden dem Commodore 64 hin, weil Morgen eben auch noch ein Tag war, stehe ich jetzt unter der Hochspannung Sterbenskranker. Ein intensives, ein erschöpfendes Leben. Keine Zeit, dort oben zu Atem zu kommen, zu Träumen, Mensch zu sein. Mit zwei Kameras beschieße ich die wundervolle Aussicht. Bam! Bam! Bam! Damit ich am späten Abend noch die daraus geformte Kunstgestalt in den Space frei lassen kann. Denn eines habe ich vom Leben erfahren, es wird von unseren Abbildern des Lebens bei weitem übertroffen. Für kommende Generationen sind Abbilder gar die einzige Währung. Erleben ist unteilbar. Ein sich wohlbefindender Mensch, der vielleicht bald schon wie ein Vogel von der Stange fällt. Und allzu oft begeistern wir uns für unser Federvieh mehr als für Mitmenschen, die sich einen Tag im Grünen gemacht haben. Höfliches Interesse. Freundschaftliches Interesse. Eine Insel kann kaum einsamer sein. Wenn mir keine Abbilder meines Erlebens gelingen, bin ich lebendig begraben.

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Als ich den Berg hinabgestiegen war, entspannte ich mich langsam. Mission erfüllt. Noch bevor die Nacht von neuem über mich herfallen konnte, würde ich ein weiteres Abbild von mir in die Welt gestellt haben. Für den Tag hatte ich dann getan, was ich tun konnte. Und es wird bis ans Ende meiner Tage nicht mehr nötig sein, zum "Berg des Schicksals" zurück zu kehren. Es ist nicht mehr meine Welt.

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Sonntag, 6. September 2009

Schlesinger mini.

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Freitag, 21. August 2009

Sofort aufhören!

Es war einer der Abende, die kein Ende nehmen... Gegen vier Uhr morgens, nach endlosen Gesprächen, zahlreichen Gläsern Wein und vor allem viel zu vielen Zigaretten, gingen wir dann endlich ins Bett.

Ich schlief ruhig und entspannt, bis ich gegen zehn Uhr mit dem vagen Gefühl erwachte, dass etwas Bedrohliches mit mir geschehen sei: Die Luft, die ich einzuatmen gedachte, kam einfach nicht mehr da an, wo ich sie hinatmen wollte. Sie blieb mir vorne in der Brust stecken. Auf halber Strecke war einfach Schluss. Ich versuchte noch einmal, mit aller Konzentration tief durchzuatmen - und musste husten. Die unteren Lungenflügel blieben leer...

Ich fügte mich in das durch den vermeintlichen "Zigaretten-Kater" verursachte körperliche Unwohlsein. Ich ging davon aus, dass es mir im Laufe des Tages schon wieder besser gehen würde. Doch die beklemmende Atemnot blieb. Wir frühstückten mit unseren Freunden, ich ging hinaus an die frische Luft - aber die Atembeschwerden wollten sich einfach keinen Deut bessern. Meine Lungen versagten mir unerbittlich den einen tiefen, den befreienden Atemzug...

"Ja, verstanden. Das ist jetzt einfach so. Aber wie steht es mit der Behandlung der Krankheit? Und was kann man tun, damit die Atemnot weggeht?" Der darauf folgende Satz war der Wendepunkt meines Lebens. Der Professor sah mir in die Augen und sagte: "COPD ist nicht heilbar."

Roland Kaiser.

Samstag, 8. August 2009

On the Beach.

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Freitag, 24. Juli 2009

Weit über den Tellerrand geschaut.

Teller

Da Gegenstände des täglichen Gebrauchs oftmals länger leben als die Menschen, die sie einst erwarben, habe ich mit den Jahren gewisse Leidenschaft entwickelt für die Geschichte dessen, was in den Augen vieler Sperrmüll ist. Groß war daher meine Freude, als in der Teeküche eines moderne Zweckbaus dieser Teller zum Vorschein kam:

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Das wohl letzte Teil eines Kaffeeservices, welches spätestens Anfang der 1970er Jahre in den Besitz meiner Eltern gelangt sein musste. Für die meisten nur ein schäbiger Teller, für mich aber ein ganz besonderer Blick heimwärts: Wahrscheinlich war der Teller bereits, als ich selbst noch nicht war. Vielleicht stand er auf dem Wohnzimmertisch, als meine Mutter mit mir Neugeborenem aus dem Krankenhaus kam?
Ein stiller Diener, der mich einst im Diesseits empfing, und der mich vielleicht ins Jenseits geleiten wird. Solch verdiente Zeitgenossen will ich ehren.

Dienstag, 14. Juli 2009

IQ 132.

IQ

Dreißig Jahre nachdem ich den Test absolvierte, ist es sicher an der Zeit für eine Bilanz, was mir meine Intelligenz gebracht hat?
Untergeordnete Stellung, kein Geld, wenig Liebe. Beliebt sein ist totlangweilig, Geld bewahrt mich nicht vor dem Verfaulen - und wer soll mich in Amt und Würden achten, wenn selbst über Staatsoberhäupter gelästert wird?
Viele Irrwege ersparte ich mir in dem Bewusstsein, dass Hermann Hesse ein Buchhändler war und Thomas Mann das Abitur versagt blieb. Spätestens mit zwanzig war ich davon besessen, unsterblich zu werden. Ein "High Hoper", der dem Leben das Maximum abtrotzen will.
Aus rundum befriedeten Gotteshäusern zwang mich meine Intelligenz hinaus auf die Boulevards der Städte. Und seither rede, brülle, kreische ich hinein in jenen wunderschönen Abgrund an Gleichgültigkeit, den wir Schöpfung nennen.
Vom Schachspiel her weiß ich, dass Kleinmeister zu 95% Züge machen wie Großmeister. Aber die 5% sind es dann eben. Und so werde ich wohl als einer jener Kleinkünstler enden, die irgendwann in sich zusammen sinken und grußlos vom Boulevard geräumt werden.
Ein "High Hoper", der nichts mehr in seinen leblosen Händen hat, als jenen Zettel aus fernen Kindertagen.

Sonntag, 21. Juni 2009

Galore, letzte Ausgabe.

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Die Gesellschaft ist in sich sprachlos. Sie hat keine Ambitionen, sich haftbar mitzuteilen... Bloß nicht auffallen - und wenn, dann mit stereotypen Mario-Barth-Witzen, bei denen man denkt: Was war denn jetzt der Witz? Das ist einfach nur ein Zusammenfinden in einer heimeligen Atmosphäre... Zeitung nach links, Zeitung nach rechts, aufblättern, Stuhl rücken, ich hole mir noch eine Schorle, willst du noch einen Cappucino, umrühren, genüsslich Milchschaum rauskratzen... Ich frage mich: Was wäre, wenn der Mensch diese halbe Kraft, die er für diese Dinge gegeben hat, sammeln würde, einsparen für Gedanken?

Christoph Schlingensief.

Freitag, 19. Juni 2009

i-Stupid.

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Ich bin erfüllt von Geschichten, die niemanden interessieren. Nach ein, zwei Tagen nicht mal mehr mich. Arbeiten, wie Millionen arbeiten. Zivile Freizeitvergnügen. Durchschnittsfresse. Junge Menschen nehmen mich im Straßenbild immer öfter als Hindernis wahr.
Was im Altenheim üblich erscheint, wirkt auf mich mehr und mehr gangbar: Zuhörer sehen, wo in Wirklichkeit nur Wände sind. Als Kind wiegte ich eine Puppe mit Namen "Schleckermäulchen" im Arm, warum soll es so nicht auch enden?

Donnerstag, 4. Juni 2009

Par coeur.

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Sieh den Weg, und wo er endet.
Du brauchst nicht laufen. Schritt für Schritt.
Wichtig ist allein der letzte. Über den Horizont hinaus.
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look at me!

Matrix.

Unheimlich, wie viele Menschen ihr Leben lang nicht hinaus kommen über das Schreiben von Urlaubspostkarten. Vielleicht reicht es der Welt tatsächlich zum Glück, wenn sie täglich ihre vier Stunden Glotze reingeschüttet bekommt. Die in die Hunderttausende gehende Gemeinschaft der Online-Gamer beweist mir, dass Menschen real mit einem tristen Viereck zufrieden sein können, wenn sie dafür virtuell Könige sein dürfen. Insofern ist "Matrix" für mich der visionärste Film des 21. Jahrhunderts. Und ich gäbe manches dafür, später der weiß gekleidete Architekt der Matrix zu sein. Und sei es in der Irrenanstalt. Wie Nietzsche. Ein Irrer, der alles weiß, der das Leben in seiner Tiefe durchmessen hat, bis es tiefer nicht mehr geht.

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