72,62 %...

...für den Mann mit der Mundharmonika. Der Jongleur mag besser gewesen sein. Aber dann hätte man die Sendung auch "Stars der Manege" nennen können.
Bisher war Franz Kafka mir ein Vorbild, wie ruhig er seinen nächtlichen Blutsturz erlebte. Nun spielt die Melodie viel zeitgemäßer: "Herr Doktor, mit Ihnen dauert ’s nicht mehr lange!" rief Kafkas Bedienerin beim Anblick des vielen Blutes. Das muss sich heute kaum einer mehr anhören. Jahrzehnte können wir nun vor uns hinhumpeln, einäugig und knapp bei Kasse. Neue Lieder für ein neues Sterben brauchen wir. Und der Mann mit der Mundharmonika hat das bisher schönste zur Aufführung gebracht, finde ich.
Wer weiß, vielleicht ist es mir ja tatsächlich nur gegeben, nach einer gefühlten Ewigkeit irgendwo ein paar Töne zu tun, damit mein Leben sich erfüllt hat.
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look at me!

Matrix.

Unheimlich, wie viele Menschen ihr Leben lang nicht hinaus kommen über das Schreiben von Urlaubspostkarten. Vielleicht reicht es der Welt tatsächlich zum Glück, wenn sie täglich ihre vier Stunden Glotze reingeschüttet bekommt. Die in die Hunderttausende gehende Gemeinschaft der Online-Gamer beweist mir, dass Menschen real mit einem tristen Viereck zufrieden sein können, wenn sie dafür virtuell Könige sein dürfen. Insofern ist "Matrix" für mich der visionärste Film des 21. Jahrhunderts. Und ich gäbe manches dafür, später der weiß gekleidete Architekt der Matrix zu sein. Und sei es in der Irrenanstalt. Wie Nietzsche. Ein Irrer, der alles weiß, der das Leben in seiner Tiefe durchmessen hat, bis es tiefer nicht mehr geht.

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